Surekha

A Tale of Black Pepper and Red Pepper, 2015/2016

Installation aus Videos und gefundenem Text- und Bildmaterial, Video (8 Minuten)

Die Geschichten der zahlreichen indischen Soldaten, die im Ersten Weltkrieg für das Britische Weltreich kämpften, sind weitestgehend vergessen. Die Männer, die von den Briten für den Krieg eingezogen wurden, um dem vorrückenden deutschen Heer Einhalt zu gebieten, waren für die Kriege des 19. Jahrhunderts auf bekanntem Territorium ausgerüstet und trainiert. Bei den Kämpfen in den zugefrorenen europäischen Schützengräben, den blutigen Feldzügen im Nahen Osten, in den Dardanellen, am Mittelmeer und in Ostafrika hatten die indischen Truppen eine hohe Zahl an Todesopfern zu beklagen. Im Laufe des Kriegs verlor das indische Expeditionskorps mehr als 70.000 Männer, zahlreiche kehrten mit Verletzungen heim.

Die verschiedenen und sich oft widersprechenden Aufzeichnungen, die den Heldenmut der indischen Soldaten wie auch ihre Revolten beschreiben, werfen die Frage nach der Legitimität und Darstellungsweise des Kriegs durch Erzählungen auf, seien dies nun offizielle Texte, Anekdoten, persönliche Briefe, Zeitungsberichte, Fotografien oder andere Dokumenten.

A Tale of Black Pepper and Red Pepper ist ein Eingriff in die übliche Darstellung der Rolle des indischen Soldaten, der auf Recherchen im offiziellen Militärarchiv in Bangalore und im Internet basiert. Die Arbeit geht dem „roten und dem schwarzen Pfeffer“ auf den Grund, einem Codewort für die britischen beziehungsweise indischen Soldaten.

Surekha (*1965, lebt und arbeitet in Bangalore, Indien) arbeitet mit Video, Installation und Performance und beschäftigt sich mit unterschiedlichen Themen, wie indischer Identität, Gender, ökologische Fragen und Militärgeschichte. Sie untersucht, wie künstlerische Praxis in den öffentlichen und privaten Raum eingreifen kann. Surekha nutzt Fotografie und Video, um die Bereiche des Archivierens, Dokumentierens und Ausführens zueinander in Beziehung zu setzen und Überlegungen anzustellen, wie Visualität in der Gesellschaft wirksam werden kann. Ihre Arbeiten waren sowohl in Indien als auch in internationalen Ausstellungen zu sehen.

www.surekha.info