Jamil Baloch

Hope, 2015

Video (50 Sekunden)

Jamil Balochs Video Hope zeigt einen Mann in traditioneller Kleidung, wie er bunte Blumen aus seinem Mund hervorholt und sie auf einer vor ihm liegenden Weltkarte platziert.

Blumen wurden in der Kunstgeschichte als Symbol mit unterschiedlichen Bedeutungen verknüpft. In der Region Balutschistan in Pakistan ist die trockene Landschaft so unwirtlich, dass vor allem im Sommer kaum Grün zu sehen ist. Die Blume wird so nicht nur zu einem Symbol der Hoffnung, wie der Titel der Arbeit andeutet, sondern auch zu etwas sehr Kostbarem.

Die traditionelle Kleidung des Mannes in Kombination mit der Weltkarte deutet eine Verbindung zwischen Balutschistan und dem Rest der Welt an: zwischen extremer Gewalt, den Auseinandersetzungen im Balutschistan-Konflikt und den weltweiten, aktuellen sozialen und politischen Problemen. In der Heimat des Künstlers und den benachbarten Ländern, „haben Regierungssystem und -mächte viele Erschwernisse und Probleme geschaffen,“ sagt Jamil Baloch, jedoch sorgten „die Medien und andere sogenannte Informationsquellen für übertriebene Propaganda und einseitige Ansichten.“

Jamil Baloch, der selbst der Mann im Video ist und den Betrachter fest im Blick hat, betont, dass man auch eine andere Realität wahrnehmen kann. Anders als in dem von den Medien geschaffenen Bild, trügen die Menschen der Region stark dazu bei, die Welt in einen friedlichen Ort zu verwandeln – oder mit der poetischen Geste des Videos gesprochen: eine Blume nach der anderen.

Jamil Baloch (*1972, lebt und arbeitet in Lahore, Pakistan) studierte am National College of Arts, Lahore, wo er derzeit auch unterrichtet. Seine künstlerische Praxis, in welcher er verschiedene Materialien und Inspirationsquellen nutzt, beschäftigt sich mit Themen wie Menschheit, Natur und visueller Ästhetik. In den letzten Jahren führte er seine Arbeiten als Skulpturen, Zeichnungen, Malerei, Video und Mixed Media Installationen aus und zeigte sie in nationalen und internationalen Ausstellungen. 2015 war er im Rahmen einer Künstlerresidenz am OMI International Arts Center, Hudson, USA zu Gast.