Bani Abidi

Memorial to Lost Words, 2016

Klanginstallation

Mit ihrer jüngsten Arbeit entwirft Bani Abidi ein alternatives, ausgesprochen unmonumentales Denkmal. Sie zieht das Archiv des aus London stammenden Dichters Amarjit Chandan heran und setzt in ihrer Klanginstallation zwei Arten von Stimmen in einen Dialog, die in offiziellen Betrachtungen des Ersten Weltkriegs weitgehend unbeachtet bleiben.

Dies sind zum einen Volkslieder von Müttern, Frauen und Schwestern indischer Soldaten aus dem Punjab, in denen sie die Männer anflehen, nicht in den Krieg zu ziehen. Im Gegensatz zu Kriegsliedern, erzählen diese Balladen Geschichten von Sehnsucht, Verlust und der Absurdität des Krieges. Die Lieder wurden von der Künstlerin mit traditionellen Sängerinnen in Pakistan neu aufgenommen.

Hinzu kommen die ungehörten Stimmen aus Briefen, die indische Soldaten von der Front an ihre Familien schrieben. Diese Briefe wurden aufgrund ihrer eindrücklichen Beschreibungen der Kriegsgräuel zensiert oder erreichten nie ihre Adressaten. Memorial to Lost Words gibt den verlorenen Briefen durch ein neu komponiertes Lied des Dichters Amarjit Chandan eine Stimme und erinnert so mittels einer mündlichen Tradition an die Leben dieser vergessenen Soldaten.

Text: Sorcha Carey – Director, Edinburgh Art Festival

Im Auftrag des Edinburgh Art Festival 2016 mit Unterstützung des Scottish Government Edinburgh Festivals Expo Fund und des British Council Scotland.

Männerstimme: Ali Aftab Saeed

Frauenstimmen: Zainub Jawwad, Ismet Jawwad, Saleema Khwaja

Komponiert und produziert von: Ali Aftab Saaed, Saad Sultan Khan

Gedicht und Volksliedarchiv: Amrarjit Chandan


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Bani Abidi (*1971, lebt und arbeitet in Berlin und Karatschi, Pakistan) nutzt in ihrer künstlerischen Arbeit Video und Fotografie, und bezieht durch oftmals humorvolle und absurde Zugänge Stellung zu politischen und kulturellen Themen. Ihre Arbeiten waren international in Einzel- und Gruppenausstellungen zu sehen, unter anderem im Experimenter, Kalkutta (2016); im Dallas Contemporary, Dallas (2015); auf der Berlin Biennale (2014); im Guggenheim Museum, New York (2013) und bei der dOCUMENTA 13, Kassel (2012). 2011/2012 absolvierte Bani Abidi eine Künstlerinnenresidenz des DAAD in Berlin.

www.baniabidi.com