Amina Menia

Landowski, Issiakhem and I, 2013–fortlaufend

Lecture Performance, Publikation

Am 11. November 1928 enthüllte der französische Bildhauer Paul Landowski sein Monument für die Toten, eine eindrucksvolle Skulptur, die im Auftrag der französischen Regierung entstanden war. Sie wurde stolz im Zentrum von Algier aufgestellt und sollte an die französischen und arabischen Soldaten erinnern, die im Ersten Weltkrieg gefallen waren.

50 Jahre später, aus Anlass der Panafrikanischen Spiele von 1978, beauftragte die algerische Regierung den algerischen Künstler M’hamed Issiakhem, diese „beleidigende Skulptur zu verstecken.“ Der Künstler ließ daraufhin einen „Sarkophag“ für das Denkmal anfertigen, in dem das koloniale Überbleibsel verschwand.

Von dieser Geschichte beeindruckt, beschäftigt sich Amina Menia als Künstlerin in der dritten Generation mit dem Denkmal. 2013 schuf sie die Arbeit Enclosed, die sich mit dem stillschweigenden Dialog zwischen diesen zwei Künstlern auseinandersetzt, die beide starke Spuren in Algier hinterlassen haben.

Indem sie die den Künstlern eigenen Ausdrucksformen aufgreift, lenkt sie die Aufmerksamkeit auf ineinander verzahnte Erinnerungen, ihre verdeckten Wirklichkeiten und ungesehenen Details, und verbindet, was zuvor unverbunden nebeneinander stand.

Amina Menia (*1976, lebt und arbeitet in Algier, Algerien) hinterfragt in ihrer künstlerischen Arbeit die Beziehung zwischen architektonischen und historischen Räumen und fordert konventionelle Vorstellungen rund um den Ausstellungsraum heraus. Ihre Arbeiten bewegen sich zwischen Skulptur und Installation und lösen Wechselbeziehungen zwischen Betrachtern und sozialen Räumen aus. Armina Menias Arbeiten waren in zahlreichen nationalen und internationalen Einzel- und Gruppenausstellungen sowie auf mehreren Biennalen zu sehen, zuletzt auf der Triennale Brügge 2015. Während einer Künstlerresidenz in Marseille 2012 beschäftigte sie sich mit dem gemeinsamen architektonischen Erbe von Algier und Marseille.

www.aminamenia.com