Der Erste Weltkrieg und der Nahe Osten
Oder: Vom Halbmondlager zum Erstaufnahmeheim
So, 13.11.2016, 19 Uhr

Zum Abschluss von Digging Deep, Crossing Far_ 3rd Encounter: Berlin haben wir vier Gäste eingeladen, räumlich und zeitlich Bögen zu schlagen, zwischen Wünsdorf und dem Nahen Osten, zwischen 1914/18 und 2015/16.

Die Künstlerin Judith Raum (Berlin) spricht über ihre Recherchen zur Arbeit der Berliner Nachrichtenstelle für den Orient während des Ersten Weltkrieges sowie über ihre eigene künstlerische Verarbeitung dieser Recherchen in der Installation Geeignete Lektüre.
Der Wirtschaftsarabist Alexander Flores (Hochschule Bremen) blickt auf den Ersten Weltkrieg im Nahen Osten, seine unmittelbaren Folgen für die Region sowie deren Auswirkungen bis in die Gegenwart.
Und die Archäolog*innen Susan Pollock und Reinhard Bernbeck (Freie Universität Berlin) berichten über die Ausgrabungen auf dem früheren Gelände des Halbmondlagers im Jahr 2015, über die Bedeutung der Funde und die Situation vor Ort, wo gleichzeitig die Ausgrabungen und der Bau eines Erstaufnahmeheims für Flüchtlinge geplant wurden.

Wie hingen die Propagandatätigkeiten im Rahmen des deutschen ‘Dschihad-Programms’ für das Wünsdorfer Halbmondlager und die deutschen ‘Nachrichtensäle’ im Osmanischen Reich zusammen? Welche politischen Versprechungen wurden während des Ersten Weltkriegs im Nahen Osten gemacht und wie sah die Wirklichkeit danach aus? Gibt es einen Zusammenhang zwischen den damaligen Entwicklungen und den heutigen Konflikten und Kriegen in der Region? Was zeigen und belegen die Funde der Ausgrabungen auf dem Gelände des Halbmondlagers 2015? Welche Bedeutung hat es, dass am früheren Standort des Halbmondlagers nun Flüchtlinge unter anderem aus dem Nahen Osten leben? Wie thematisieren wir das?

Diese und andere Fragen werden am Abschlussabend der Ausstellung aufgeworfen und diskutiert.

(auf Deutsch)

im Kunstraum Kreuzberg/Bethanien